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Ethno-graphische Zusammenarbeit an einem Delta Comic

Während dieses Workshops arbeitet das DELTA Team zusammen mit vier KünsterInnen aus den Regionen, in denen unsere Feldforschungen stattgefunden haben, an einem Delta Comic. Mit dem Comic versuchen wir einerseits, Dinge die wir in den Deltas gelernt haben, an Öffentlichkeiten zu vermitteln, die lange Texte nicht lesen können oder das schon zu genüge tun. Andererseits probieren wir damit neue Formen der Repäsentation und Kommunikation von ethnologischem Wissen aus, durch die wir als Forschende auch viel neues lernen können.

Wir haben das große Vergnügen, den Comic zusammen mit diesen vier KünstlerInnen zu gestalten:

Beatriz Belo ist Illustratorin, Designerin und Journalistikstudentin, geboren in Macapá-AP, im Norden Brasiliens. Ihre Beziehung zu Comics begann schon in jungen Jahren. Sie begann mit Turma da Monica-Comics, einem brasilianischen Klassiker von Maurício de Souza, zu lesen. Danach begeisterte sie sich für illustrierte Geschichten, und das motivierte sie, auch mit dem Zeichnen zu beginnen. Heute arbeitet sie mit Illustrationen mit Schwerpunkt auf dem redaktionellen Bereich und bringt gerne die Erfahrungen, Farben und Bilder Amazoniens in ihre Produktionen ein.

Karis Gruben ist eine Inuvialuk-Malerin, Schnitzerin und Perlenkünstlerin aus Inuvik an der Grenze zwischen dem Inuvialuit-Siedlungsgebiet und dem Gwich'in-Siedlungsgebiet in den heutigen kanadischen Nordwestterritorien. Derzeit lebt und arbeitet sie in Yellowknife, der Hauptstadt der Nordwest-Territorien. Gruben, eine multidisziplinäre Künstlerin ohne Grenzen, genießt den kreativen Prozess und liebt alle Kunststile. Gruben wurde schon in jungen Jahren von ihrem Vater, dem verstorbenen William Gruben, einem bekannten Schnitzer aus Tuktoyaktuk, inspiriert. Gegenwärtig legt sie den Schwerpunkt auf Realismus und porträtiert einen brillanten Sinn für die Stärke der Weiblichkeit. 

Pamplumus ist ein senegalesischer Künstler, dessen Praxis die Grenze zwischen bildender Kunst, Illustration und visuellem Design verschwimmen lässt. Seine Arbeit ist tief in Dakar, der Hauptstadt Senegals, in der er lebt, verwurzelt - mit ihren Texturen, Geräuschen, Gerüchen und Rhythmen. Das Internet ist der Sandkasten, in dem er ständig Ideen kreiert, erforscht und dekonstruiert. In seinen Arbeiten finden sich häufig Wortspiele und Humor. Er ist einer der ersten Künstler aus dem Senegal in der Blockchain.

Thant Myat Htoo ist ein Comiczeichner, der in Myanmar bekannte Comicgeschichten wie Ma Phae Wah (Das gelbe Band) und Dassa Mehana sowie viele andere Kurzgeschichten geschaffen hat. Er wurde in Yangon geboren und lebt dort seit 1997. Seit 2015 ist er freiberuflich tätig. Zu seinen Spezialgebieten gehören Concept Art, Story Boarding, redaktionelle Illustrationen und Comics.
Seit seiner Kindheit war er von Kindercomics überwältigt, und seine Leidenschaft wuchs als Erwachsener, der selbst zum Comiczeichner wurde und nun den Plan hat, erstaunliche Comics und Geschichten zu erschaffen, um den Geschmack der "myanmarischen Comicindustrie" dem Rest der Welt vorzustellen.

 

Teil dieses Workshops werden auch zwei für die Öffentlichkeit zugängliche Veranstaltungen sein, zu denen Interessierte herzlich eingeladen sind. Eine Anmeldung ist jeweils erforderlich. Beide Veranstaltungen finden auf englischer Sprache statt.

1. Ein Erfahungsaustausch zur Zusammenarbeit bei der Erstellung von Comics mit WissenschaftlerInnen und KünstlerInnen. 26. Januar 2022, 15.30h - 19.00h, hybrides Format.

Collectively Creating Comics: Ethno-Graphic Storytelling and/as Teamwork

Comics are becoming a crucial genre for representing and communicating ethnographic insights and anthropological debates. A turn towards comics and cartoons also characterizes publications from other disciplines eager to communicate beyond their academic confines. Where reading increasingly happens in a context of visual elaboration and abbreviated texts, ethno-graphic novels and anthrographics can be ways of illustrating anthropological arguments for wider audiences. They can speak to the imagination, inviting readers to undergo a personal experience beyond the voice of an authoritative anthropologist. But this genre can also be a way of formulating new messages, representations and understandings altogether, if making comics is taken not as a rendering of given texts in visual format, but as a collectively creative process.

This panel draws on the experiences with comic-making from artists, anthropologist and others, paying particular attention to emerging forms of representation and messages that develop in the collective process. We will also discuss questions of visual narrative, the interplay of text and images, envisioned audiences, and dynamics of collective work between artists, academics and others. The background behind this workshop is a current comic project, in which the DELTA Project team is working together with artists from its four study regions to design comic stories about pertinent topics from the four river deltas.

Mehr zu dieser Veranstalung, inkl. Anmeldung hier

2. Ein Podiumsgespräch mit Comic-Schaffenden aus der Kölner Gegend und den KünstlerInnen, die am Delta Comic mitarbeiten. 27. Januar 2022, 18.00h - 20.00h, Cöln Comic Haus.

Ethno-graphic Stories of Rivers, Climate and Change: A Discussion with Comic Artists from Around the World

Wir freuen uns auf diesen Austausch zwischen unseren Gästen und IllustratorInnen aus dem Rheinland. Wir sind gespannt auf die Fragen von Kölner KünstlerInnen und anderen Interessierten zum Delta Comic Projekt und auf die Perspektieven der KünstlerInnen, die am Delta Comic mitarbeiten. Dieses Gespräch stellt außerdem eine Gelegenheit dar, unsere Gäste persönlich kennen zu lernen und mehr über Ihre Arbeit jenseits des Delta Comics zu erfahren. TeilnehmerInnenzahlen sind begrenzt.

Mehr zu dieser Veranstaltung, inkl. Anmeldung hier