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Das Tana Delta leben: Rhythmus und Praxis zwischen Nass und Trocken

Diese Forschung wird die verkörperten und aufgestellten Praktiken von Delta-Bewohnern, die mit und in dem Tana Delta (Kenia) leben erkundigen und sich im Kontext von unbeständiger Ökologie und Sozialität damit auseinandersetzen. Die Bildung und die (Neu-)Gestaltung des Tana Deltas sollte, verstanden als Geflecht von Hydrosozialität, deskriptiv herausgearbeitet werden und entlang der Reibungen zwischen den Rhythmen der sozialen Praktiken und Diskurse, Umweltprozesse und wirtschaftspolitischer Kräfte (wie etwa gegensätzliche Berichte über Autochthonie und umkämpftem Zugang zu Wasser für die Beweidung und Landwirtschaft, staatliche Eingriffe, (gescheiterte) Infrastrukturierung und Privatisierung von Land oder wechselnden Wassersmusters durch Saisonalität, Wasserkraft- und Bewässerungsanlagen, Sturzfluten und zunehmende Trockenheit) nachgezeichnet werden.

Mit dem Verständnis des Deltas als ein hydrosoziales Geflecht multidirektionaler Ströme, die sowohl place- als auch force-making sind, wird dieses Dissertationsprojekt zum einen die Aktivitäten der Delta-Bewohner, wie Fischen, Hüten, Reisen und Bewirtschaftung etc. erkunden. Zum anderen wird das Projekt die Berichte über die Delta-Bewohner erforschen, in dem ein spezifischer Fokus auf ihre erfahrungsgemäßen und erzählerischen Verhandlungen zwischen den  zuvor erwähnten unterschiedlichen Aktivitäten gelegt wird. Damit soll die Frage verfolgt werden, wie sie mit den diversen Rhythmen des Deltas und mit den Schwankungen in zeitlicher und räumlicher Ebene umgehen. Dies bezieht sich auch auf die Strömung und die Sedimentation von Macht, Fähigkeiten und Wissen – oder darauf, wie sich die Verhandlungen zwischen Pastoralisten, Agro-Pastoralisten und Landwirten und ihrem Umgang mit NGO’s, Medienkanälen, Spendern, Privatunternehmen, politischen Akteuren und Regierungsinstitutionen in dem Wohnen im Delta integriert und dieses transformiert.

Dieses Teilprojekt wird von Sandro Simon geleitet.